Über mich:

Ich bin zertifizierter Alltagsbegleiter (Zertifiziert nach §87b SGB XI) für Menschen mit Demenz.

Im März 1957 atmete ich zum ersten Mal die Luft, die mich seither am Leben erhält. Das war in einem Haus, welches von meinem Großvater in Schöllkrippen gebaut wurde und in dem ich - eingeklemmt zwischen zwei Schwestern - meine Kindheit und Jugend in der Obhut meiner Eltern und meiner Großmutter erleben durfte.

 Mit 13 Jahren leitete ich die Gruppenarbeit der Schöllkrippener Ministranten in Ernstkirchen und wurde dabei von wohlwollenden Gemeindemitgliedern unterstützt und von den Gruppenmitgliedern motiviert. 

Nach Erreichen des ersten Schulabschlusses in Alzenau interessierte ich mich für Sozialarbeit im weitesten Sinne. Ich wurde bald flügge und bezog als Pflegediesnthelfer eine Dienstwohnung im Kreiskrankenhaus Wasserlos. Nach 8 Monaten wurde ich unter 250 Bewerbern als Krankenpflegeschüler in Frankfurt aufgenommen.  Ein schwerer Motorradunfall zwang mich, mein Leben neu zu organisieren. 

Über viele Monate war ich als Korrektor im Main-Echo mitverantwortlich für die Druckfehler, die in der Zeitung zu finden waren. Während dieser Zeit gründete ich mit meiner Frau eine Familie.

Meine Umschulung zum Bürokaufmann schloss ich mit IHK-Prüfung in Frankfurt ab. Durch den verstärkten Einzug der EDV in den Büros blieb ich als "frischgebackener" Kaufmann ohne Anstellung. Es folgte Arbeitslosigkeit und nach Aussteuerung Sozialhilfe. Während dieser Zeit schrieb ich mein erstes Computerprogramm in BASIC.

Nach einigen Monaten - meine zahlreichen Bewerbungen um eine Anstellung trugen keine Früchte - machte ich mich mit einem Reisegewerbeschein als ambulanter Markthändler selbständig. Eine Episode als Großhändler mit Umweltschutzpapier ging der Gründung einer Buchhandlung in Schöllkrippen voraus. Fünfzehn Jahre arbeitete ich mit meiner Frau - am Ende zusammen mit meinen Söhnen -  in unserem angemieteten Ladengeschäft. Dann reichte der Ertrag jedoch nicht mehr, um die Familie ernähren zu können. Die Branche erlebte eine Krise. Viele kleine Buchhandlungen verschwanden von der Bildfläche.

Es folgten magere Jahre, während derer wir der Willkür der staatlichen Grundversorgung ausgesetzt waren.

Als mir eine Schulung zur Zertifizierung als Alltagsbegleiter für Menschen mit Demenz angeboten wurde, griff ich zu. Durch umfassende Lektüre und sowohl ehrenamtlichem wie sozialversicherungspflichtigem Engagement in diesem Beruf konnte ich meine Kompetenz erweitern und festigen. Dankbar bin ich nicht zuletzt den Senioren, die ich während der letzten Jahre betreuen durfte: Sie lehrten mich, was ich nicht aus Büchern lernen konnte! Die Erfahrung im Umgang mit diesen Menschen möchte ich nicht missen. Da ich sowohl bei den Kunden zu Hause betreute, in der Tagesbetreuung mit Gruppen arbeitete als auch in stationären Einrichtungen (Altenheimen) den Bewohnern half, sich zurechtzufinden, konnte ich viele Aspekte meines neuen Berufes kennen lernen.